LegalTegrity im Handelsblatt Digital Law 2026

„Ein KI-Rechtskataster denkt wie ein Jurist, nur 1000-mal schneller und 24/7“

Ein revisionssicheres Rechtskataster zeichnet sich dadurch aus, dass es Komplexität reduziert und den Fachbereichen klare, erfüllbare Pflichten zuweist. Dr. Thomas Altenbach, Gründer und CEO von LegalTegrity, über die KI-basierte Kunst der Relevanz.
 

Herr Dr. Altenbach, immer mehr Gesetze führen zu immer weniger Durchblick. Wie reagieren die Compliance-Verantwortlichen in den Unternehmen?

Wir beobachten im Moment einen Wendepunkt. Die Verantwortlichen in den Unternehmen merken, dass die Methode „Sammeln, bewerten, ablegen, nichts vergessen“ aufgrund der riesigen Welle an immer neuen Regelungen nicht mehr funktioniert. Die Regulierungen kommen schneller als jede interne Kapazität oder jedes Team, was man aufbauen kann.

Insofern sehen wir eine sehr klare Bewegung hin zu Legal-Tech-Lösungen, die automatisiert ermitteln, priorisieren und dokumentieren.

Der Vorteil: Man arbeitet leicht mit einem System neuer Regelungen – anstatt dagegen.

Wie filtert man denn, statt zu sammeln?

Ein KI-Rechtskataster denkt im Endeffekt wie ein Jurist. Nur einfach 1000-mal schneller, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Es kennt auch keine Betriebsblindheit.

Es scannt alle relevanten Normen und vergleicht sie mit den Anforderungen im Unternehmen. Betreffen die Neuerungen unsere Branche? Wo hat man Standorte? Was sind die Prozesse? Was sind die Verantwortlichkeiten?

Aus langen Gesetzen werden kurze, klare Aufgaben mit Verantwortlichen und Fristen. Und was als nicht relevant festgestellt wird, wird mit der Begründung dokumentiert, warum es nicht anwendbar ist.

Wie können Unternehmen ihre Risiken mit dem KI-basierten Rechtskataster besser und sogar tagesaktuell einsehen und steuern?

Die Tagesaktualität ist der Game-Changer. Wir reden jetzt nicht mehr über ein Kataster wie ein Grundbuch, wo irgendetwas abgelegt und nicht mehr verändert wird.

Und man sieht vielleicht alle Jubeljahre einmal rein.

Das KI-Rechtskataster ist wirklich tagesaktuell und dadurch hat man quasi sein laufendes Risikoradar. Kommt irgendwo ein neues Gesetz heraus, erkennt das System das automatisch und bewertet dessen Relevanz.

Dann gibt es die Information an den richtigen Fachbereich weiter. Über das Dashboard sieht das Management sofort: Wer hat seine Aufgaben noch nicht erfüllt? Wo haben wir noch offene Pflichten? Wo drohen Fristen abzulaufen?

Sie haben insgesamt viel mehr Transparenz, was im Ernstfall gerade für die Geschäftsführung und deren Haftungsrisiken den Unterschied macht.

Interview Rüdiger Schmidt-Södingen

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